Impressum auf Instagram: Wer es braucht und wie du es einbindest
Du zeigst deinen Laden auf Instagram und fragst dich, ob du dort ein Impressum brauchst? Wenn du mit dem Profil für deinen Betrieb wirbst, meist ja. Das Digitale-Dienste-Gesetz verlangt in § 5 für geschäftsmäßige digitale Dienste deinen Namen, deine Anschrift und schnelle Wege zum Kontakt. Auf Instagram legst du dafür einen Link in deine Bio. Er führt mit einem Tipp, höchstens mit zwei, zu einer Seite mit deinen Angaben.
Das Wichtigste in Kürze
- § 5 DDG verlangt ein Impressum für geschäftsmäßige digitale Dienste. Das Landgericht Aschaffenburg hat das 2011 auf eine Facebook-Seite angewandt, die für Werbung genutzt wurde.
- Die Angaben müssen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein. Zwei Links bis zum Impressum können nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs reichen.
- Hinein gehören mindestens Name, Anschrift und E-Mail-Adresse. Je nach Betrieb kommen Register, Umsatzsteuer-ID oder Kammer dazu.
- Auf Instagram ist das ein Link in der Bio, gut sichtbar „Impressum“ genannt. Auf Facebook gehört der Link in die Angaben deiner Seite.
- Wer die Angaben nicht oder falsch bereithält, handelt ordnungswidrig. Die Geldbuße kann bis zu 50.000 Euro betragen (§ 33 DDG).
Brauche ich ein Impressum auf Instagram?
Ja, wenn du das Profil für deinen Betrieb nutzt. § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG, früher Telemediengesetz) gilt für „geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene digitale Dienste“. Ein Profil, das Angebot, Preise und Öffnungszeiten deines Ladens zeigt, wirbt für deinen Betrieb.
Für Facebook hat das Landgericht Aschaffenburg das 2011 so entschieden (Urteil vom 19.08.2011, Az. 2 HK O 54/11). Wer ein Konto in sozialen Medien für Werbung nutzt und nicht rein privat, braucht dort eigene Angaben zum Anbieter. Damals hieß die Vorschrift noch § 5 TMG. Sie verlangte schon dieselbe Form: leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar, ständig verfügbar.
Das Gericht sprach allgemein von Konten in sozialen Medien, Facebook war das Beispiel. Es kam darauf an, ob das Konto für Werbung genutzt wird. Entscheidend ist also, wofür du dein Profil nutzt, nicht welche Kontoart du bei Instagram eingestellt hast. Was die Kontoarten unterscheidet, steht im Ratgeber Instagram-Business-Konto. Ob dein Profil unter § 5 DDG fällt, klärt im Zweifel ein Anwalt.
Was muss in ein Impressum für Instagram?
Dasselbe wie in jedes andere Impressum. Name, Anschrift und eine E-Mail-Adresse brauchst du immer. Was dazukommt, hängt von deiner Rechtsform und deinem Beruf ab. Die Liste steht in § 5 Abs. 1 DDG:
| Angabe | Für wen | Beispiel |
|---|---|---|
| Name und Anschrift | alle | dein Vor- und Nachname oder der Name der Firma, dazu die Anschrift deines Ladens |
| Rechtsform und wer vertreten darf | juristische Personen wie GmbH oder UG | „Café Muster GmbH, vertreten durch die Geschäftsführerin …“ |
| E-Mail und schneller Kontakt | alle | E-Mail-Adresse, dazu meist eine Telefonnummer |
| Register und Nummer | wer eingetragen ist, etwa im Handelsregister | „Amtsgericht …, HRB …“ |
| Umsatzsteuer-ID | wer eine hat | „USt-IdNr.: DE …“ |
| Aufsichtsbehörde | wer für seine Tätigkeit eine behördliche Zulassung braucht | Name und Anschrift der Behörde |
| Kammer und Berufsbezeichnung | bestimmte reglementierte Berufe | Kammer, Berufsbezeichnung, Berufsregeln |
Ein Einzelunternehmen ohne Eintrag im Register kommt oft mit Name, Anschrift, E-Mail und Telefon aus. Die normale Steuernummer verlangt § 5 nicht, nur die Umsatzsteuer-ID oder die Wirtschafts-Identifikationsnummer, wenn du eine hast. Ein Impressum ohne Adresse geht nicht: Das Gesetz nennt ausdrücklich die Anschrift, unter der du niedergelassen bist. Ob für dein Handwerk eine Kammer oder Berufsbezeichnung dazugehört, etwa im Friseurhandwerk, weiß deine Kammer.
Wie schnell muss man das Impressum finden?
Ohne Suchen. Das Gesetz verlangt, dass die Angaben „leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar“ sind und „ständig verfügbar“ bleiben. Wie viele Klicks erlaubt sind, steht dort nicht.
Die sogenannte Zwei-Klick-Regel geht auf den Bundesgerichtshof zurück (Urteil vom 20.07.2006, Az. I ZR 228/03). Ein Impressum, das über zwei Links erreichbar ist, kann danach reichen. Im Fall waren es die Links „Kontakt“ und „Impressum“. Wichtig war dem Gericht, dass die Links verständlich benannt sind und Nutzer sie kennen. Im Fall aus Aschaffenburg führte dagegen ein Button „Info“ erst zur Website des Anbieters und von dort zum Impressum. Das Gericht sah die Angaben deshalb nicht als leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar an.
Daraus folgen drei einfache Regeln für dein Profil:
- Nenne den Link „Impressum“. Wörter wie „Info“ oder „Mehr“ sagen nicht, was dahinter steckt.
- Halte den Weg kurz: ein Tipp auf den Link in der Bio, höchstens ein zweiter auf „Impressum“.
- Prüf die Seite am Handy. Dort sehen die meisten dein Profil.
Wie füge ich ein Impressum bei Instagram ein?
Über einen Link im Profil. Du öffnest dein Profil, tippst auf „Profil bearbeiten“ und dann auf „Links“. Dort fügst du eine Adresse hinzu, bis zu fünf sind erlaubt. Wie das Schritt für Schritt geht, steht im Ratgeber Link in Bio. Für das Impressum hast du zwei Wege:
| Weg | So sieht es aus | Klicks bis zum Impressum |
|---|---|---|
| Eigene Seite in der Bio | Der Link führt zu einer Seite deines Ladens. Dort steht gut sichtbar ein Link „Impressum“. | zwei |
| Impressum als eigener Link | Einer deiner Links führt direkt zur Seite mit deinen Angaben. Vergib ihm, wenn möglich, den Titel „Impressum“. | einer |
Unsere Empfehlung: Mach beides. Als ersten Link nimmst du deine eigene Seite mit Öffnungszeiten, Kontakt und Angebot. Als zweiten das Impressum direkt. So findet es jeder sofort. Auf deiner Seite steht es trotzdem noch einmal.
Führt deine Bio zu einem Linktree, gilt dasselbe. Setz dort einen gut sichtbaren Link „Impressum“, wie im Ratgeber Linktree erstellen beschrieben. Zusätzlich kannst du in den Text deiner Bio schreiben, wo das Impressum steht, etwa „Impressum: Link unten“.
Wo gehört das Impressum bei Facebook hin?
In die Angaben deiner Facebook-Seite, dorthin, wo auch Website und Kontakt stehen. Trag einen Link zu deinem Impressum ein und nenne ihn klar „Impressum“. Genau an dieser Stelle hatte der Anbieter im Fall aus Aschaffenburg gespart: Auf seiner Facebook-Seite standen nur Anschrift und Telefonnummer, die Rechtsform fehlte.
Prüf danach selbst, wie lange ein Besucher sucht. Öffne deine Seite am Handy, ohne angemeldet zu sein. Zähle dann die Tipps bis zum Impressum. Sind es mehr als zwei, setz den Link weiter nach oben. Dasselbe gilt für andere Profile, mit denen du wirbst, etwa bei TikTok.
Hast du eine eigene Website, steht dort ohnehin ein Impressum. Dann verlinkst du auf Facebook und Instagram genau diese Seite. Was eine Website sonst an Rechtstexten braucht, steht im Ratgeber Was kostet eine Website?.
Brauche ich auch eine Datenschutzerklärung für Instagram?
Das Impressum sagt, wer hinter dem Profil steht. Die Datenschutzerklärung sagt, was mit den Daten der Besucher passiert. Für Facebook hat der Europäische Gerichtshof entschieden: Wer eine Facebook-Seite betreibt, ist gemeinsam mit Facebook für die Daten ihrer Besucher verantwortlich (Urteil vom 5. Juni 2018, C-210/16). Das Urteil betraf eine Facebook-Seite.
Unsere Empfehlung: Verlinke neben dem Impressum auch eine Datenschutzerklärung, die deine Profile mit abdeckt. Was genau hineingehört, hängt davon ab, welche Plattformen du nutzt. Prüfen lassen solltest du sie wie das Impressum.
Mit der Mini-Website von hallocard hinterlegst du Impressum, Datenschutz, AGB und Widerruf deines Betriebs. Jeder Text steht als eigene Seite, das Impressum etwa unter hallocard.de/@deinname/legal/impressum. Für den Datenschutz gibt es Mustertexte mit deinen Firmendaten, für deine Seite und für zehn Plattformen, darunter Instagram und Facebook. Jede Plattform bekommt eine eigene Seite, die du in deiner Bio verlinkst. Fehlt für eine verlinkte Plattform die Erklärung, weist dich hallocard darauf hin. Alles Weitere steht bei den Funktionen der Mini-Website.
Häufige Fragen
Brauche ich als Privatperson ein Impressum auf Instagram?
Nein, wenn du dein Profil rein privat nutzt. § 5 DDG gilt für geschäftsmäßige digitale Dienste. Zeigst du dort dein Geschäft, deine Preise oder Werbung für andere, kann das anders aussehen. Im Zweifel klärt das ein Anwalt.
Kann ich ein Impressum ohne Adresse machen?
Nein. § 5 Abs. 1 Nr. 1 DDG verlangt die Anschrift, unter der du niedergelassen bist. Für einen Laden ist das meist seine Adresse. Das ist keine Rechtsberatung.
Reicht ein Linktree mit Link zum Impressum?
Das kann reichen, wenn ein klar benannter Link „Impressum“ schnell zu deinen Angaben führt. Nach dem Bundesgerichtshof können zwei Links bis zum Impressum genügen. Ein Button mit einem unklaren Namen wie „Info“ reichte dem Landgericht Aschaffenburg nicht.
Was passiert, wenn auf Instagram das Impressum fehlt?
Wer die Angaben nach § 5 DDG nicht, falsch oder unvollständig bereithält, handelt nach § 33 DDG ordnungswidrig. Die Geldbuße kann bis zu 50.000 Euro betragen. Im Fall aus Aschaffenburg hatte zudem ein Mitbewerber abgemahnt, mit Erfolg.
Muss meine Telefonnummer ins Impressum?
Das Gesetz nennt ausdrücklich nur die E-Mail-Adresse. Dazu kommen Angaben für eine schnelle, unmittelbare Kommunikation. Viele nehmen dafür die Telefonnummer. Ob ein anderer Weg reicht, klärt im Zweifel ein Anwalt.
Quellen
- Gesetze im Internet: § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (Allgemeine Informationspflichten), abgerufen am
- Gesetze im Internet: § 33 Digitale-Dienste-Gesetz (Bußgeldvorschriften), abgerufen am
- BGH, Urteil vom 20.07.2006, I ZR 228/03 (Anbieterkennzeichnung im Internet), Volltext bei lexetius.com, abgerufen am
- Händlerbund: LG Aschaffenburg, Urteil vom 19.08.2011, Az. 2 HK O 54/11 (Impressum bei Facebook), abgerufen am
- Gerichtshof der Europäischen Union: Pressemitteilung Nr. 81/18 zum Urteil C-210/16, abgerufen am




