Lieferando-Provision: Was Restaurants zahlen und wie du Stammgäste direkt erreichst
Du zahlst für jede Bestellung über Lieferando Provision und suchst eine Alternative? Am besten fährst du meist mit einer Mischung: Lieferando bringt neue Gäste, deine Stammgäste holst du auf eigene Wege, vor allem zur Abholung bei dir. Nach Presseberichten zahlten Restaurants bei eigener Lieferung 13 bis 14 Prozent, bei Lieferung durch Lieferando 30 Prozent. Die Berichte stammen von 2020 und 2022.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine öffentliche Preisliste von Lieferando für Restaurants haben wir nicht gefunden. Deine Sätze stehen in deinem Partnervertrag.
- Nach Presseberichten: 13 Prozent bei eigener Lieferung (2020), ab Juli 2022 14 Prozent. 30 Prozent, wenn Lieferando auch ausliefert (2020).
- Bestellt ein Gast direkt bei dir, am Telefon oder an der Theke, fällt keine Provision an.
- Bau dir einen direkten Draht zu deinen Stammgästen auf. Stempelkarte, Google-Profil und eine eigene Speisekarte mit Telefonnummer helfen dabei.
- Werbung per E-Mail an Besteller braucht in der Regel eine vorherige ausdrückliche Einwilligung (§ 7 UWG).
Wie viel Provision nimmt Lieferando?
So viel, wie in deinem Vertrag steht. Eine öffentliche Preisliste für Restaurants haben wir bei Lieferando nicht gefunden (Stand 19. Oktober 2026). Die bekannten Zahlen stammen aus Presseberichten:
| Wer liefert | Provision | Quelle |
|---|---|---|
| Du selbst | 13 Prozent der Rechnung, „normalerweise“ | t3n nach Golem.de, 7. Dezember 2020 |
| Du selbst | 14 Prozent ab 17. Juli 2022, vorher 13 Prozent | inFranken.de, 1. Juli 2022, nach einer Mitteilung von Lieferando an seine Partner |
| Lieferando | 30 Prozent | t3n nach Golem.de, 7. Dezember 2020 |
Lieferando begründete die Erhöhung 2022 mit Inflation und höheren Kosten. Laut Unternehmen war es die erste seit drei Jahren, in „bestimmten Märkten“. Ob die Sätze heute noch so gelten, sagt dir nur dein Vertrag oder dein Ansprechpartner bei Lieferando.
Ein Rechenbeispiel mit den Sätzen aus der Tabelle: Eine Bestellung über 30 Euro kostet dich bei 14 Prozent 4,20 Euro Provision, bei 30 Prozent 9 Euro. Bei 200 Bestellungen im Monat sind das 840 Euro oder 1.800 Euro.
Frag vor dem Vertrag oder beim nächsten Gespräch nach:
- Von welchem Betrag wird die Provision berechnet, mit oder ohne Mehrwertsteuer und Liefergebühr?
- Kommen Gebühren für Online-Zahlungen dazu?
- Gilt für Abholbestellungen über die Plattform ein anderer Satz?
- Wie lange läuft der Vertrag und wie kündigst du?
Lohnt sich Lieferando für dein Restaurant?
Als Weg zu neuen Gästen kann es sich lohnen. Wer dich nicht kennt, findet dich bei Lieferando, ohne dass du selbst werben musst. Die Provision ist der Preis für diese Reichweite. Rechne deshalb nicht mit dem Umsatz, sondern mit dem, was nach allen Kosten übrig bleibt.
So rechnest du für deine drei meistbestellten Gerichte nach:
- Preis auf der Plattform
- minus Wareneinsatz und Verpackung
- minus Provision und Gebühren
- minus Fahrer und Fahrzeug, wenn du selbst lieferst
- ergibt, was dir je Bestellung bleibt
Bleibt bei einem Gericht kaum etwas übrig, hast du mehrere Hebel: den Preis auf der Plattform anpassen, das Gericht dort weglassen oder Gäste zur Abholung bei dir einladen. Ob du auf der Plattform andere Preise nehmen darfst als im Laden, regelt dein Vertrag.
Welche Alternativen zu Lieferando gibt es?
Vier Wege, die sich gut mischen lassen. Ganz ohne Plattform zu arbeiten, lohnt sich vor allem, wenn du schon viele Stammgäste in der Nähe hast. So sah es auch Ingrid Hartges, damals Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA, im Dezember 2020: „Wer ein Geschäft in guter Lage und mit Stammkunden hat, sollte immer versuchen, den Abholservice selbst anzubieten.“
| Weg | Kosten | Vorteil | Haken |
|---|---|---|---|
| Abholung bei dir (Telefon, Theke, Nachricht) | keine Provision | Der Gast kommt in deinen Laden und lernt dich kennen | Jemand muss Anrufe annehmen |
| Eigene Lieferung mit eigenem Bestellweg | Fahrer, Fahrzeug, eventuell ein Bestellsystem | Bestellung und Kontakt bleiben bei dir | Du musst selbst bekannt werden |
| Andere Plattformen wie Uber Eats oder Wolt | ebenfalls Provision, laut Vertrag | Weitere Gäste, die dort bestellen | Noch ein Vertrag und noch eine Karte zu pflegen |
| Mischung | je nach Anteil | Plattform für neue Gäste, eigene Wege für Stammgäste | Du musst Gäste aktiv auf deine Wege einladen |
Unsere Empfehlung: Bleib auf der Plattform, solange sie dir neue Gäste bringt. Lade aber jeden Gast, den du an der Theke oder an der Tür siehst, auf deine eigenen Wege ein. Mehr Ideen dafür sammelt der Ratgeber Restaurant-Marketing.
Wie erreichst du Stammgäste ohne Plattform?
Über alles, was dir gehört: dein Google-Profil, deine Speisekarte, deine Stempelkarte und deine Theke. Jeder Gast, der bei dir abholt, ist eine Gelegenheit für den direkten Draht.
- Google-Profil mit Telefonnummer und einem Link zu deiner eigenen Speisekarte. Wer dich dort findet, ruft direkt an.
- Eine eigene Speisekarte im Netz, mit deiner Telefonnummer zum Antippen. Der Gast bestellt am Telefon und holt ab.
- Eine Stempelkarte für alle, die bei dir abholen oder essen. So hat der Gast einen Grund, das nächste Mal direkt bei dir zu bestellen. Wie du sie aufbaust, steht im Ratgeber Stempelkarte erstellen. Bei hallocard ist das eine digitale Stempelkarte auf dem Handy deines Gastes.
- Ein Zettel mit QR-Code in jeder Tüte, die bei dir über die Theke geht.
- Kurze Nachrichten zu Urlaub, neuer Karte oder einem neuen Mittagstisch, an alle, die zugestimmt haben. Die Wege vergleicht der Ratgeber Stammkunden benachrichtigen.
Vorsicht mit Daten aus Plattform-Bestellungen. Ob und wofür du Namen und Adressen der Besteller nutzen darfst, regeln dein Vertrag und das Datenschutzrecht. Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung gilt nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG als unzumutbare Belästigung. Frag deine Gäste deshalb selbst, etwa beim Abholen.
Nach § 7 UWG. Das ist keine Rechtsberatung.
Kannst du deine Lieferando-Karte für dein Lokal nutzen?
Ja, wenn dein Werkzeug sie übernehmen kann. Wer zwei Karten von Hand pflegt, hat schnell zwei Preise für dasselbe Gericht. In hallocard holst du deine Karte per Klick von Lieferando. Du gibst deinen Shop-Namen ein, wählst die Menüs aus und gleichst später per Klick wieder ab. Was du selbst ergänzt hast, etwa eigene Fotos oder Allergene, bleibt dabei erhalten.
Ehrlich dazu gesagt: Die Richtung geht nur von Lieferando zu hallocard, nicht zurück. Allergene kommen von Lieferando nicht mit, die trägst du je Gericht selbst ein. Und die Speisekarte von hallocard nimmt keine Bestellungen an und kassiert nicht. Sie zeigt deinen Gästen, was es gibt, am Tisch und am Handy. Bestellt wird bei dir, an der Theke oder am Telefon. Mehr zur digitalen Speisekarte von hallocard.
Häufige Fragen
Wie viel Prozent nimmt Lieferando von Restaurants?
Das steht in deinem Vertrag, eine öffentliche Preisliste haben wir nicht gefunden. Nach Presseberichten waren es bei eigener Lieferung 13 Prozent (2020) und ab Juli 2022 14 Prozent. Liefert Lieferando selbst aus, nannten Berichte 30 Prozent (2020).
Gibt es eine Lieferando-Alternative ohne Provision?
Ja: Abholung und Lieferung, bei denen der Gast direkt bei dir bestellt, am Telefon, an der Theke oder per Nachricht. Dafür brauchst du jemanden, der Bestellungen annimmt. Eigene Bestellsysteme im Internet haben eigene Kosten. Frag dort nach Gebühren je Bestellung.
Darf ich Lieferando-Bestellern Werbung per E-Mail schicken?
In der Regel nur mit ihrer vorherigen ausdrücklichen Einwilligung (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Ob du Daten aus Plattform-Bestellungen überhaupt nutzen darfst, regelt auch dein Vertrag. Frag Gäste lieber selbst, etwa beim Abholen. Das ist keine Rechtsberatung.
Kann ich meine Speisekarte von Lieferando übernehmen?
In hallocard ja. Du gibst deinen Shop-Namen ein, wählst die Menüs aus und holst die Karte per Klick herein. Später gleichst du sie per Klick wieder ab. Die Richtung geht nur von Lieferando zu hallocard.
Kann man über hallocard Essen bestellen?
Nein. hallocard nimmt keine Bestellungen an und kassiert nicht. Die Speisekarte zeigt dein Angebot, bestellt wird bei dir. Für den direkten Draht zu deinen Stammgästen gibt es die Stempelkarte mit Nachrichten.
Quellen
- t3n (nach Golem.de): Lieferando: Corona hat uns um ein Jahr nach vorne gebracht, 7. Dezember 2020, abgerufen am
- inFranken.de: Bistro-Chefin kritisiert Lieferando wegen Provisionserhöhung, 1. Juli 2022, abgerufen am
- Tageskarte: DEHOGA kritisiert Provisionshöhen bei Lieferdiensten, 28. Dezember 2020, abgerufen am
- Gesetze im Internet: Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), § 7, abgerufen am




