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Stempelkarte und Stammkunden

Stempelkarte erstellen: So planst du Felder, Prämie und Regeln

Du willst eine Stempelkarte erstellen und weißt nicht, wie viele Felder sie braucht, welche Prämie passt und ob Papier reicht? Für Gäste, die jede Woche kommen, nimm 8 bis 10 Felder. Schenk den ersten Stempel und wähl eine Prämie aus deinem Angebot. Gestalten kannst du die Karte selbst, etwa mit Canva oder Word. Digital lohnt sich, sobald du wissen willst, wer wiederkommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Felder nach dem Rhythmus deiner Gäste: 10 für den Kaffee jeden Morgen, 8 für den Mittagstisch einmal die Woche, 4 bis 5 beim Friseur.
  • Ein geschenkter erster Stempel hilft. Mit Vorsprung füllen mehr Kunden ihre Karte und das schneller (Nunes und Drèze, 2006).
  • Auf die Rückseite gehören die Regeln: ein Stempel je Besuch oder je Betrag, was genau die Prämie ist und ob es ein Ablaufdatum gibt.
  • Papier ist günstig, bleibt aber oft zu Hause liegen und ist leicht nachgestempelt. Digital stempelt nur dein Team und du siehst, wer wiederkommt.
  • Einen Stempel für eine Google-Bewertung verbietet Google.

Wie kann ich eine Stempelkarte selbst gestalten?

In sechs Schritten. Vier davon sind Entscheidungen, erst danach kommt die Gestaltung. Wer mit dem Design anfängt, merkt manchmal erst nach dem Druck, dass sich die Prämie nicht rechnet.

  1. Prämie wählen: etwas aus deinem Angebot, das deine Gäste kennen und mögen, etwa ein Kaffee oder ein Stück Kuchen.
  2. Felder festlegen: so viele, dass ein Stammgast die Karte in überschaubarer Zeit füllt. Die Tabelle weiter unten hilft.
  3. Regel festlegen: ein Stempel je Besuch oder je Betrag, auf Wunsch ab einem Mindestbetrag.
  4. Startstempel entscheiden: Der erste Stempel geht aufs Haus, gleich bei der Ausgabe der Karte.
  5. Gestalten: in Canva mit einer Vorlage im Visitenkartenformat oder in Word mit einer Tabelle. Zehn Kreise in zwei Reihen, darunter die Prämie in einem Satz.
  6. Drucken und stempeln: eine kleine Auflage bei einer Druckerei oder im Copyshop, dazu ein Stempel mit deinem Logo.

Druck die erste Auflage klein. Merkst du nach ein paar Wochen, dass eine andere Prämie besser ankommt, liegen sonst Kartons mit alten Karten im Lager.

Was gehört auf eine Stempelkarte?

Vorne steht, worum es geht. Hinten steht, was gilt. Die Prämie gehört in einem Satz auf die Vorderseite, damit jeder Gast sie beim ersten Blick versteht.

Vorlage zum Nachbauen: Vorder- und Rückseite
WasWoBeispiel
Logo und Namevorne, obenCafé Sonne
Feldervorne, in der Mitte10 Kreise in zwei Reihen, der erste schon gestempelt
Prämievorne, unter den Feldern„Volle Karte: ein Kaffee nach Wahl aufs Haus“
Regelnhinten„Ein Stempel je Besuch ab 3 Euro. Keine Auszahlung in bar.“
KontakthintenAdresse, Öffnungszeiten, Telefon, Instagram
Ablaufdatumhinten, nur wenn du eines willst„Gültig bis 31.12.2027“

Als Format passt die Größe einer Visitenkarte, 85 mal 55 Millimeter. Dann steckt die Karte im Portemonnaie neben der Bankkarte. Nimm festen Karton mit matter Oberfläche. Auf glänzendem Papier verschmiert Stempelfarbe leicht.

Wie viele Felder sollte eine Stempelkarte haben?

So viele, dass ein Stammgast die Karte in überschaubarer Zeit voll hat. Je seltener deine Gäste kommen, desto weniger Felder. Eine 10er-Karte passt zum Kaffee jeden Morgen. Beim Friseur wäre sie erst nach weit über einem Jahr voll.

Felder nach dem Rhythmus deiner Gäste (Rechenbeispiele)
Ein Stammgast kommtBeispielFelderKarte voll nach etwa
fast jeden TagKaffee, Brötchen102 Wochen
ein- bis zweimal pro WocheMittagstisch, Imbiss84 bis 8 Wochen
alle 3 bis 6 WochenBarbershop, Nagelstudio54 bis 7 Monaten
alle 8 bis 10 WochenFriseur47 bis 9 Monaten

Ein geschenkter erster Stempel wirkt stärker, als er aussieht. In einem Versuch an einer Autowaschanlage gab es zwei Karten. Die eine war leer und hatte acht Felder. Die andere hatte zehn Felder, zwei davon schon gestempelt. Beide verlangten acht Wäschen für dieselbe Prämie. Mit dem Vorsprung füllten mehr Kunden ihre Karte. Und sie waren schneller fertig (Nunes und Drèze, 2006). Laut der Studie spielt auch der Grund für den Vorsprung eine Rolle. Ein Satz wie „Willkommen! Der erste Stempel geht auf uns.“ gibt ihm einen.

Unsere Empfehlung für Café, Bäckerei und Imbiss: Nimm 10 Felder mit einem geschenkten ersten Stempel, nicht 20 leere Felder für eine größere Prämie. Kommen deine Kunden nur alle paar Wochen, gib lieber eine kleine Prämie auf halbem Weg.

Welche Prämie und welche Regeln passen?

Nimm eine Prämie aus deinem Angebot, keinen Rabatt in Prozent. Ein Gratis-Kaffee ist für deinen Gast den Verkaufspreis wert. Dich kostet er nur den Einkauf. Ein Rabatt in Prozent geht dagegen bei jedem Artikel von deiner Marge ab.

Rechne kurz nach: Bei 10 Feldern und einem Kaffee als Prämie verschenkst du jeden elften Kaffee. Das entspricht gut 9 Prozent Rabatt auf den Verkaufspreis. Steht „Jeder 10. Kaffee gratis“ auf der Karte, sind es 10 Prozent. Schreib genau hin, ob die Prämie der zehnte Kaffee ist oder ein elfter dazukommt. Sonst diskutiert dein Team an der Theke.

Für die Regel gibt es zwei Wege. Ein Stempel je Besuch ist einfach und schnell. Ein Stempel je Betrag, etwa je 10 Euro, ist fairer bei großen Einkäufen, aber an der Kasse mühsamer. Für Café und Bäckerei reicht ein Stempel je Besuch, auf Wunsch ab einem Mindestbetrag. Leg auch fest, was gilt, wenn jemand fünf Kaffees fürs Büro holt: ein Stempel oder fünf.

Ob du ein Ablaufdatum draufschreibst, entscheidest du. Ohne Datum wirkt die Karte fairer. Mit Datum kannst du die Aktion sauber beenden oder ändern. Für eine dauerhafte Karte lass es weg. Willst du erst testen, nimm ein Datum, das mindestens ein Jahr entfernt ist.

Wie schützt du eine Stempelkarte aus Papier vor Betrug?

Ganz schützen kannst du sie nicht. Ein Stempel mit Stern oder Herz ist schnell gekauft. Dann ist eine Karte in einer Minute voll. Du kannst es aber schwerer machen:

  • Ein eigener Stempel mit deinem Logo statt eines Motivs, das es in jedem Bastelladen gibt.
  • Ein Kürzel oder das Datum neben jedem Stempel. Das dauert zwei Sekunden länger.
  • Eine Stempelfarbe, die nicht jeder zu Hause hat, etwa Gold.
  • Volle Karten behältst du ein oder streichst sie durch, damit niemand sie zweimal einlöst.

Eine Lücke bleibt: Auch dein Team kann Freunden ein paar Stempel schenken. Auf Papier merkst du davon nichts. Bei einer digitalen Karte stempelt nur dein Team per Scan. In hallocard steht jeder Stempel mit Name und Uhrzeit im Protokoll. Fällt etwas auf, etwa viele Stempel in kurzer Zeit auf dieselbe Karte, bekommst du eine E-Mail.

Papier oder digital: Was passt zu deinem Laden?

Papier ist günstig und jeder versteht es. Digital weißt du, wer wiederkommt. Dafür braucht dein Gast ein Smartphone.

Stempelkarte aus Papier und digital im Vergleich
PapierDigital, am Beispiel hallocard
StartKarten drucken, Stempel kaufeneinrichten, QR-Code an die Theke
Was der Gast brauchtPlatz im Portemonnaieein Smartphone, Vorname und E-Mail, keine App
Wo die Karte istoft zu Hause oder verlorenim Handy: iPhone in Apple Wallet, Android als Karte im Browser
Wer stempeltjeder mit einem ähnlichen Stempelnur dein Team, per Scan
Wer deine Stammgäste sindweißt du nichtKundenliste mit letztem Besuch
Gäste erinnernnur, wenn sie vorbeikommenNachrichten, am iPhone auf dem Sperrbildschirm
Prämie ändernneu druckeneinmal ändern, alle Karten passen sich an
Gäste ohne Smartphonemachen mitbrauchen weiter Papier
Daten der GästekeineDu bist verantwortlich, hallocard verarbeitet sie in deinem Auftrag.

Unsere Empfehlung: Willst du erst sehen, ob deine Gäste überhaupt sammeln, fang mit Papier an. Willst du deine Stammgäste kennen und zurückholen, nimm eine digitale Karte. Beides schließt sich nicht aus. Die Papierkarte bleibt für Gäste ohne Smartphone, die digitale kommt für alle anderen dazu.

Wie eine digitale Karte auf iPhone und Android aussieht und wie dein Team stempelt, zeigt die Seite Digitale Stempelkarte.

Häufige Fragen

Wie viele Stempel sollte eine Stempelkarte haben?

Das hängt davon ab, wie oft deine Gäste kommen. Für den Kaffee jeden Morgen passen 10 Felder, für den Mittagstisch einmal die Woche 8. Kommen Kunden nur alle paar Wochen, etwa zum Friseur, reichen 4 bis 5. Die Karte soll in überschaubarer Zeit voll werden.

Sollte der erste Stempel schon drauf sein?

Ja, das hilft. In einer Studie füllten mehr Kunden ihre Karte, wenn zwei Stempel schon drauf waren. Sie waren auch schneller fertig, bei gleich vielen nötigen Käufen (Nunes und Drèze, 2006). Sag dazu, warum: „Willkommen! Der erste Stempel geht auf uns.“

Darf ich für eine Google-Bewertung einen Stempel geben?

Nein. Google verbietet Anreize für Rezensionen, etwa Rabatte oder kostenlose Produkte. Ein Extra-Stempel ist so ein Anreiz. Solche Bewertungen entfernt Google. Bitte alle Gäste ohne Gegenleistung um eine Bewertung.

Braucht eine Stempelkarte ein Ablaufdatum?

Nicht unbedingt, das entscheidest du. Ohne Datum wirkt die Karte fairer. Mit Datum kannst du die Aktion sauber beenden oder ändern. Willst du erst testen, nimm ein Datum, das mindestens ein Jahr entfernt ist.

Brauchen Gäste für eine digitale Stempelkarte eine App?

Bei hallocard nicht. Deine Gäste scannen einen QR-Code und geben Vorname und E-Mail ein. Auf dem iPhone liegt die Karte dann in Apple Wallet, auf Android-Handys öffnet sie sich als Karte im Browser.

Welche Größe sollte eine Stempelkarte haben?

Am praktischsten ist die Größe einer Visitenkarte, 85 mal 55 Millimeter. So passt sie ins Portemonnaie. Druck sie auf festen, matten Karton, damit die Stempelfarbe nicht verschmiert.

Quellen

  1. Nunes, Drèze: The Endowed Progress Effect, Journal of Consumer Research 32 (4), 2006 (Zusammenfassung), abgerufen am
  2. Knowledge at Wharton: The Lowdown on Customer Loyalty Programs (2006, zum Versuch an der Autowaschanlage), abgerufen am
  3. Google Maps: Verbotene und eingeschränkt zulässige Inhalte (gefälschte Interaktionen), abgerufen am
Mutlu Mazici

Über den Autor

Mutlu Mazici · Gründer von hallocard

Ich bin Mutlu Mazici, Gründer von hallocard. Beim Kennenlernen sprichst du direkt mit mir.

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