Digitale Speisekarte auswählen: Worauf du achten musst, mit Checkliste
Du willst eine digitale Speisekarte und fragst dich, was sie kostet und woran du ein gutes Angebot erkennst? Es gibt kostenlose Angebote, Monats- und Jahresabos, manchmal mit einer Gebühr für die Einrichtung. Wichtiger als der Preis sind drei Fragen: Änderst du Preise selbst? Bleibt dein QR-Code nach einer Kündigung? Stehen die Allergene beim Gericht? Unten findest du zwölf Fragen, die du jedem Anbieter stellst.
Das Wichtigste in Kürze
- Vergleiche den Preis für ein ganzes Jahr, mit Einrichtung, Sprachen und allem, was extra kostet.
- Frag, was nach einer Kündigung mit deinem QR-Code passiert. Führt er über eine Adresse des Anbieters, kann er ins Leere laufen.
- Stellst du Allergene nur digital bereit, braucht es im Lokal einen Hinweis, wie Gäste sie finden (§ 4 Abs. 3 LMIDV).
- Den Preisaushang neben dem Eingang brauchst du trotzdem (§ 13 Abs. 2 PAngV).
- Kein App-Zwang: Nach dem Scan öffnet sich eine gute Karte im Browser, ohne Anmeldung.
Was kostet eine digitale Speisekarte?
Von nichts bis zu einem monatlichen Betrag, je nach Modell. Der Preis sagt wenig, solange du nicht weißt, was drin ist. Die üblichen Modelle:
| Modell | So funktioniert es | Frag nach |
|---|---|---|
| Kostenlos | Grundfunktionen ohne Gebühr | Wie finanziert sich der Anbieter? Gibt es Werbung, ein fremdes Logo oder Grenzen bei Gerichten und Sprachen? |
| Monatsabo | ein fester Betrag pro Monat | Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist, Preis für ein zweites Restaurant |
| Jahresabo | ein Betrag für zwölf Monate | Verlängert es sich von selbst? Erinnert dich der Anbieter vorher? |
| Einrichtung | einmaliger Betrag, damit jemand deine Karte einpflegt | Was genau wird gemacht? Sind Fotos und Übersetzungen dabei? |
| Gebühr je Bestellung | nur bei Karten mit Bestell- oder Bezahlfunktion | Wie viel je Bestellung? Kommt eine Gebühr für Zahlungen dazu? |
| Geräte | Bildschirme oder Tablets für eine Karte an der Wand oder am Tisch | Kaufen oder mieten? Wer hilft bei einem Defekt? |
| Paket | die Karte als Teil eines Angebots mit weiteren Werkzeugen | Was davon brauchst du wirklich? |
Unsere Empfehlung: Rechne mit dem Preis für ein ganzes Jahr und schreib die Extras dazu. Typische Extras sind weitere Sprachen, mehrere Karten wie Mittag und Abend, ein zweites Restaurant oder Aufsteller für die Tische. Ein kleiner Monatspreis mit vielen Extras kann am Ende teurer sein als ein größerer, in dem alles steckt.
Worauf musst du bei einer digitalen Speisekarte achten?
Auf alles, was nach dem Einrichten im Alltag zählt. Stell jedem Anbieter diese zwölf Fragen, bevor du unterschreibst:
- Was kostet es im Jahr, mit allen Extras?
- Wie lange läuft der Vertrag und wie kündigst du?
- Was passiert mit dem QR-Code nach einer Kündigung?
- Änderst du Preise und Gerichte selbst, auch am Handy? Sehen Gäste die Änderung sofort?
- Blendest du ein Gericht, das aus ist, mit einem Tipp aus?
- Stehen die 14 Allergene beim Gericht? Können Gäste danach filtern?
- In welche Sprachen wird übersetzt, per Klick oder von Hand? Was kostet das?
- Öffnet sich die Karte im Browser, ohne App und ohne Anmeldung?
- Zeigt die Karte Werbung oder ein Cookie-Fenster? Wie sieht es aus?
- Kannst du deine bestehende Karte übernehmen, etwa aus einem PDF, einem Foto oder von einem Lieferdienst?
- Kannst du deine Gerichte als Datei exportieren, falls du wechselst?
- Wer hilft dir beim Einrichten und bei Fragen? Wie erreichst du diese Person?
Frag außerdem, ob der Anbieter Daten deiner Gäste speichert und wo seine Server stehen. Für das reine Anzeigen einer Karte braucht es keine Namen und keine E-Mail-Adressen.
Was muss eine digitale Speisekarte rechtlich erfüllen?
Dasselbe wie eine Karte auf Papier. Dazu kommen zwei Punkte, die nur digital gelten: der Hinweis auf digitale Allergen-Angaben und Cookies. Allergene darfst du digital bereitstellen, wenn Gäste sie unmittelbar und leicht finden (§ 4 Abs. 3 LMIDV). Beim Gericht oder auf einem Aushang im Lokal steht dann, wie Gäste an diese Angaben kommen. Ein Aushang kann etwa sagen: „Die Allergene findest du in unserer digitalen Karte, QR-Code auf dem Tisch.“ Ob das bei dir reicht, sagt dir die Lebensmittelüberwachung. Wie du Allergene kennzeichnest, steht im Ratgeber Allergene auf der Speisekarte.
Speichert die Karte Informationen auf dem Handy deines Gastes, die für die Anzeige nicht unbedingt nötig sind, braucht es seine Einwilligung (§ 25 TDDDG). Frag den Anbieter, ob seine Karte dafür ein Fenster zeigt. Frag auch, ob du Aufrufe ohne solche Cookies gezählt bekommst.
Für die Preise gilt die Preisangabenverordnung. Sie verlangt ein Preisverzeichnis, das gut lesbar aushängt, auf den Tischen liegt oder jedem Gast vor der Bestellung vorgelegt wird. Neben dem Eingang hängt ein Verzeichnis mit den wichtigsten Speisen und Getränken (§ 13 Abs. 2 PAngV). QR-Codes erwähnt die Verordnung nicht. Plane deshalb Papier mit ein, mindestens für den Eingang und für Gäste ohne Handy. In hallocard bekommst du dafür dieselbe Karte als Druckfassung in A4 oder A5 und einen kurzen Preis-Aushang für den Eingang.
Nach § 4 LMIDV, § 13 PAngV und § 25 TDDDG. Das ist keine Rechtsberatung.
Was passiert mit dem QR-Code, wenn du kündigst?
Das hängt davon ab, wohin der Code führt. Steht im Code eine Adresse des Anbieters, kann deine Karte mit dem Vertrag enden. Dann zeigen deine gedruckten Aufsteller und Tischkarten ins Leere oder auf eine fremde Seite. Bei QR-Codes heißt das auch Abo-Falle. Mehr dazu im Ratgeber Dynamischer QR-Code.
Diese Fragen helfen vor dem Vertrag:
- Führt der Code nach einer Kündigung weiter? Wohin?
- Kannst du das Ziel des Codes selbst ändern, etwa auf deine eigene Seite?
- Bekommst du deine Gerichte als Datei, damit du sie woanders wieder einliest?
Bei hallocard führt der Link deines Aufstellers auch nach einer Kündigung dauerhaft dorthin, wohin du willst, etwa zu deinem Google-Profil. Deine Gerichte exportierst du als Excel-, CSV- oder JSON-Datei. Eine Mindestlaufzeit gibt es nicht.
Brauchen Gäste eine App für die digitale Speisekarte?
Nein. Nach dem Scan des QR-Codes öffnet sich eine gute Karte im Browser des Handys. Eine App oder eine Anmeldung vor dem Lesen ist eine Hürde für Gäste, die nur wissen wollen, was es gibt. Teste vor dem Vertrag eine echte Karte des Anbieters mit deinem eigenen Handy, auch bei schwachem Netz.
Achte darauf, wie die Karte am Handy aussieht: Schrift groß genug, Gerichte nach Kategorien, eine Suche und Filter etwa für vegan oder ohne bestimmte Allergene. Für Gäste aus dem Ausland zählt die Sprache. Gut ist eine Karte, die sich in der Sprache des Handys öffnet und darunter den Originalnamen zeigt. Dann weiß auch dein Service, welches Gericht gemeint ist. Mehr dazu im Ratgeber Speisekarte übersetzen.
PDF, digitale Karte oder Bestellsystem: Was passt zu dir?
Das hängt davon ab, wie oft sich deine Karte ändert und ob Gäste über das Handy bestellen sollen. Der Vergleich:
| PDF hinter QR-Code | Digitale Speisekarte | Bestellsystem | |
|---|---|---|---|
| Wofür | Karte zeigen | Karte zeigen, pflegen, übersetzen | Bestellen und meist auch bezahlen am Handy |
| Neuer Preis | Datei austauschen, Link prüfen | im Konto ändern | im Konto ändern |
| Allergene und Sprachen | im PDF, eine Datei je Sprache | beim Gericht, je nach Anbieter mit Filter und Übersetzung | je nach Anbieter |
| Kosten | kostenlos, wenn du Speicherplatz hast | je nach Anbieter | je nach Anbieter, dazu Gebühren für Zahlungen |
| Passt zu | kleinen Karten mit festen Preisen | Karten mit wechselnden Gerichten und Gästen aus dem Ausland | Abläufen, in denen Gäste selbst bestellen sollen |
Unsere Empfehlung: Willst du deinen Gästen zeigen, was es gibt, nimm eine digitale Karte ohne Bestellfunktion. Ein Bestellsystem lohnt sich, wenn dein Ablauf darauf ausgerichtet ist, etwa bei Selbstbedienung an der Theke. Wann ein PDF reicht, steht im Ratgeber PDF-Speisekarte per QR-Code.
Die digitale Speisekarte von hallocard ist eine Karte zum Zeigen, ohne Bestellen und ohne Bezahlen. Was sie im Einzelnen kann, von den Allergenen bis zur Übersetzung, steht auf der Seite Funktionen der Speisekarte.
Häufige Fragen
Gibt es eine digitale Speisekarte kostenlos?
Ja, es gibt kostenlose Angebote. Frag, wie sie sich finanzieren: mit Werbung, einem fremden Logo auf deiner Karte oder Grenzen bei Gerichten, Sprachen und Funktionen. Frag auch, was mit deinem QR-Code passiert, wenn der Dienst endet oder Geld kostet.
Ist eine digitale Speisekarte Pflicht?
Nein. Pflicht ist ein Preisverzeichnis für deine Speisen und Getränke und ein Aushang mit den wichtigsten Preisen neben dem Eingang (§ 13 PAngV). Eine digitale Karte kommt freiwillig dazu. Das ist keine Rechtsberatung.
Reicht eine digitale Speisekarte ohne Papier?
Plane Papier mit ein. Die Preisangabenverordnung erwähnt QR-Codes nicht und verlangt neben dem Eingang einen Aushang mit Preisen (§ 13 Abs. 2 PAngV). Außerdem gibt es Gäste ohne Handy oder mit leerem Akku. Das ist keine Rechtsberatung.
Was muss ich bei Allergenen in einer digitalen Karte beachten?
Die Angaben müssen für Gäste unmittelbar und leicht zugänglich sein. Beim Gericht oder auf einem Aushang im Lokal steht, wie Gäste sie bekommen (§ 4 Abs. 3 LMIDV). Für richtige Angaben bist du als Betrieb verantwortlich. Das ist keine Rechtsberatung.
Brauchen meine Gäste eine App?
Nein, wenn die Karte gut gemacht ist. Nach dem Scan des QR-Codes öffnet sie sich im Browser. Frag jeden Anbieter danach und teste es mit deinem eigenen Handy, bevor du unterschreibst.
Kann ich meine PDF-Speisekarte übernehmen?
Frag den Anbieter danach, sonst tippst du alles ab. In hallocard liest eine KI deine Karte aus einem PDF oder Foto ein: Gerichte, Preise, Extras und die aufgedruckten Allergene. Du prüfst alles, bevor es gespeichert wird.




