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Speisekarte und Getränkekarte

Speisekarte übersetzen: So liest jeder Gast deine Karte

Gäste aus dem Ausland verstehen deine Karte nicht, fragen dreimal nach oder bestellen etwas anderes, als sie dachten? Übersetz deine Speisekarte zuerst ins Englische, dann in die Sprache deiner größten Gästegruppe. Den Entwurf darf eine Maschine wie DeepL oder Google Übersetzer schreiben. Gerichtsnamen und Allergene prüft ein Mensch. Die deutsche Karte bleibt dabei vollständig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Englisch zuerst, dann die Sprache, die bei dir am häufigsten fehlt. Die meisten Übernachtungen aus dem Ausland kamen 2025 aus den Niederlanden, den USA und der Schweiz.
  • Maschine für den Entwurf, Mensch für die Prüfung. DeepL und Google Übersetzer sind in der Grundfassung kostenlos, kennen aber deine Gerichte nicht.
  • Gerichtsnamen nicht wörtlich übersetzen: Kaiserschmarrn bleibt Kaiserschmarrn, dazu kommt eine kurze Beschreibung.
  • Allergene müssen in jeder Sprache stimmen. Pflichtangaben stehen in Deutschland auf Deutsch, andere Sprachen kommen dazu.
  • Fertig sein sollte die Übersetzung vor der Hauptsaison, also bis April.

In welche Sprachen solltest du deine Speisekarte übersetzen?

In die Sprachen deiner Gäste, nicht in alle. Englisch kommt zuerst. Für Gäste aus den USA und Großbritannien ist es die Muttersprache und viele andere lesen es als Fremdsprache. Danach entscheidet, wer bei dir isst.

Woher 2025 die meisten Übernachtungsgäste aus dem Ausland kamen (Deutsche Zentrale für Tourismus nach Zahlen des Statistischen Bundesamts)
HerkunftslandÜbernachtungen in Deutschland 2025
1. Niederlande11,7 Millionen
2. USA6,9 Millionen
3. Schweiz6,7 Millionen
4. Vereinigtes Königreich4,7 Millionen
5. Österreich4,4 Millionen
6. Polen3,9 Millionen
7. Frankreich3,7 Millionen
8. Italien3,5 Millionen
9. Belgien3,1 Millionen
10. Dänemark3,0 Millionen

Zusammen kamen Gäste aus dem Ausland 2025 auf 83,6 Millionen Übernachtungen. Gäste aus Österreich und aus der Deutschschweiz lesen deine Karte ohnehin auf Deutsch. Für die anderen ist Englisch der beste Anfang, bis du weißt, welche Sprache bei dir wirklich fehlt.

Die Zahlen gelten für ganz Deutschland. Bei dir kann es anders aussehen, etwa an der Grenze zu Polen oder in einer Stadt mit vielen Messegästen. Frag dein Team, aus welchen Ländern Gäste nachfragen. Schau auch, in welchen Sprachen deine Google-Bewertungen geschrieben sind. Und denk an Gäste, die hier wohnen und eine andere Muttersprache haben.

In der Hauptsaison hat dein Team keine Zeit zum Prüfen. Plan die Übersetzung deshalb im Winter und stell sie bis April fertig.

DeepL, Google Übersetzer oder ein Mensch: Wer übersetzt deine Karte?

Am besten beide nacheinander. Lass die Maschine den Entwurf schreiben und einen Menschen prüfen, der die Sprache spricht. DeepL und Google Übersetzer gibt es kostenlos im Browser und als App. Für Beschreibungen liefern sie brauchbare Entwürfe. Die Eigenheiten deiner Küche kennen sie nicht.

Drei Wege im Vergleich
Maschine (DeepL, Google Übersetzer)Muttersprachler aus Team oder BekanntenkreisÜbersetzungsbüro
Kostenin der Grundfassung kostenlosein DankeschönAngebot je Auftrag
TempoMinuteneinige Tageeinige Tage
Gerichtsnamenerkennt Eigennamen nicht immerkennt die Küche oftfragt nach, wenn etwas unklar ist
Allergenemusst du prüfenmusst du prüfenmusst du trotzdem prüfen
Passt fürden ersten Entwurfdie Prüfunggroße Karten und viele Sprachen, etwa im Hotel

So gehst du mit DeepL oder Google Übersetzer vor:

  1. Bring die deutsche Karte in Ordnung: kurze Sätze, keine Abkürzungen, zu jedem Gericht eine Beschreibung.
  2. Leg eine Liste der Namen an, die bleiben sollen, etwa Kaiserschmarrn, Leberkäse und dein Hausgericht.
  3. Übersetz Abschnitt für Abschnitt statt der ganzen Karte auf einmal. Kurze Abschnitte prüfst du leichter.
  4. Übersetz das Ergebnis zurück ins Deutsche. Klingt ein Gericht dann seltsam, stimmt oft auch die Übersetzung nicht.
  5. Gleich die Allergene mit den amtlichen Begriffen ab. Die Liste steht weiter unten.
  6. Lass jemanden gegenlesen, der die Sprache als Muttersprache spricht.

Ein Übersetzungsbüro lohnt sich bei vielen Sprachen oder einer großen Karte. Hol zwei Angebote ein und gib die Liste der Namen mit, die bleiben sollen.

Welche Fehler passieren beim Übersetzen einer Speisekarte?

Ein typischer Fehler: Gerichtsnamen werden Wort für Wort übersetzt. Dann steht da „liver cheese“ für Leberkäse, obwohl kein Käse drin ist. Behalte den deutschen Namen und erklär das Gericht in einem kurzen Satz.

Gerichtsnamen: wörtlich irreführend, besser so
GerichtWörtlichBesser auf Englisch
Leberkäseliver cheeseLeberkäse: baked meat loaf, sliced
Kaiserschmarrnemperor’s nonsenseKaiserschmarrn: torn sweet pancake
Strammer Maxstrapping MaxStrammer Max: bread with ham and fried egg
Mettbrötchenmett rollMettbrötchen: bread roll with raw minced pork

Beim Mettbrötchen geht es um mehr als Verständnis. Wer kein rohes Fleisch isst, muss das in seiner Sprache lesen können. Dasselbe gilt für Alkohol in Desserts und Saucen.

Regionale Namen verwirren sogar Deutsche: Was in Berlin Pfannkuchen heißt, ist anderswo ein Berliner. Eine Maschine erkennt diesen Unterschied nicht zuverlässig. Beschreib deshalb, was auf dem Teller liegt. Schreib Abkürzungen wie „hausgem.“ vorher aus, sonst rät die Maschine. Preise und Mengen wie „0,3 l“ bleiben, wie sie sind.

Müssen Allergene auch in der übersetzten Speisekarte stimmen?

Ja. Ein Gast mit Nussallergie verlässt sich auf die englische Zeile genauso wie ein deutscher Gast auf die deutsche. Prüf die Allergene in jeder Sprache einzeln, nicht nur in der deutschen Karte.

Rechtlich gilt: Die EU-Verordnung LMIV verlangt Pflichtangaben in einer Sprache, die Verbraucher im jeweiligen Land leicht verstehen (Art. 15 Abs. 1 LMIV). Für Deutschland schreibt § 2 LMIDV die deutsche Sprache vor, wenn die Kennzeichnung nach der LMIV Pflicht ist. Mehrere Sprachen erlaubt die LMIV ausdrücklich (Art. 15 Abs. 3). Wie Allergene bei offener Ware und im Restaurant angegeben werden, regelt § 4 LMIDV. Erlaubt ist zum Beispiel die Speisekarte oder eine mündliche Auskunft mit schriftlicher Dokumentation. Streich die deutschen Angaben also nicht, sondern ergänze die Übersetzung.

Die 14 Allergene auf Deutsch und Englisch
Nr.Deutsch (LMIV, Anhang II)Englisch (britische Lebensmittelbehörde)
1Glutenhaltiges Getreidecereals containing gluten
2Krebstierecrustaceans
3Eiereggs
4Fischefish
5Erdnüssepeanuts
6Sojabohnensoybeans
7Milchmilk
8Schalenfrüchte (Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse und weitere Nüsse)tree nuts
9Selleriecelery
10Senfmustard
11Sesamsamensesame
12Schwefeldioxid und Sulphitesulphur dioxide and sulphites
13Lupinenlupin
14Weichtieremolluscs

Zwei Begriffe gehen beim Übersetzen leicht schief. „Schalenfrüchte“ sind Nüsse wie Mandeln und Haselnüsse, auf Englisch „tree nuts“. Mit Meeresfrüchten haben sie nichts zu tun. „Weichtiere“ sind zum Beispiel Muscheln und Austern, auf Englisch „molluscs“.

Übersetz auch die Erklärung zu den Buchstaben oder Zahlen hinter den Gerichten. Ein „G“ sagt einem Gast aus Dänemark nichts, wenn die Legende nur auf Deutsch dasteht. Wie du Allergene überhaupt kennzeichnest, steht im Ratgeber Allergene auf der Speisekarte.

Kann der Gast die Speisekarte nicht einfach mit dem Handy übersetzen?

Für einen ersten Überblick ja. Mit der Kamera im Google Übersetzer hält der Gast sein Handy auf deine Karte und sieht den Text in seiner Sprache. Auch iPhones übersetzen Text mit der Kamera. Für Allergene und Gerichtsnamen reicht das nicht.

Laut Google-Hilfe leidet die Genauigkeit bei kleinem, unklarem oder stilisiertem Text. Eine verschnörkelte Schrift auf einer Kreidetafel ist genau das. Was die Kamera nicht im Bild hat, übersetzt sie auch nicht, etwa die Legende auf der letzten Seite. Und du weißt nie, was dein Gast am Ende gelesen hat.

Eine Karte mit zwei Sprachen oder eine Karte je Sprache?

Auf Papier passen zwei Sprachen gut auf eine Karte: Deutsch, darunter Englisch in kleinerer Schrift. Ab drei Sprachen wird es eng. Dann druckst du je Sprache eine eigene Karte. Jeden neuen Preis änderst du dann in jeder Fassung. Der Aufwand liegt beim Aktualisieren, nicht beim ersten Übersetzen.

Kennzeichne Sprachen mit ihrem Namen, nicht mit Flaggen. Englisch lesen Gäste aus den USA genauso wie aus Großbritannien. Arabisch spricht man in vielen Ländern.

Eine Karte im Handy zeigt jedem Gast seine Sprache. Mit hallocard öffnet sich die Speisekarte in der Sprache des Handys, wenn du sie anbietest. Unter jedem übersetzten Gericht steht klein der deutsche Name. So weiß dein Service sofort, was gemeint ist. Wie das aussieht, zeigt die Seite Speisekarte in vielen Sprachen und mit Allergenen.

Häufige Fragen

Muss eine Speisekarte auf Englisch sein?

Nein. Eine Pflicht zu Englisch gibt es nicht. Pflichtangaben wie Allergene stehen in Deutschland auf Deutsch. Eine englische Fassung ist ein Service für deine Gäste. Sie lohnt sich, sobald regelmäßig Gäste aus dem Ausland kommen.

Reicht eine Speisekarte nur auf Englisch?

Für die Pflichtangaben nicht. Nach § 2 LMIDV sind sie in Deutschland auf Deutsch zu machen. Mehrere Sprachen erlaubt die EU-Verordnung LMIV ausdrücklich. Biete Englisch deshalb zusätzlich an, nicht statt Deutsch.

Ist DeepL oder Google Übersetzer besser für Speisekarten?

Beide liefern brauchbare Entwürfe und sind in der Grundfassung kostenlos. Probier denselben Abschnitt in beiden aus. Nimm das Ergebnis, das ein Muttersprachler besser findet. Gerichtsnamen und Allergene prüfst du in jedem Fall selbst.

Soll ich Gerichtsnamen übersetzen?

Meist nicht. Behalte den deutschen Namen und schreib eine kurze Beschreibung in der fremden Sprache dazu, etwa „Kaiserschmarrn: torn sweet pancake“. So findet dein Gast das Gericht und dein Team versteht die Bestellung.

Wann sollte die übersetzte Speisekarte fertig sein?

Bis April. Dann bleibt Zeit, die Übersetzung prüfen zu lassen, bevor die Hauptsaison beginnt und dein Team keine Ruhe mehr dafür hat.

In welche Sprachen übersetzt hallocard?

In bis zu neun Sprachen neben Deutsch: Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Türkisch, Arabisch, Chinesisch, Portugiesisch und Russisch. Du schaltest die Sprachen ein und tippst auf „Jetzt übersetzen“.

Quellen

  1. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (LMIV), Artikel 15: Sprachliche Anforderungen, abgerufen am
  2. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (LMIV), Anhang II: Stoffe, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen, abgerufen am
  3. Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung (LMIDV), § 2, abgerufen am
  4. Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung (LMIDV), § 4, abgerufen am
  5. Food Standards Agency: Allergen guidance for food businesses, abgerufen am
  6. Deutsche Zentrale für Tourismus: Zahlen, Daten, Fakten 2025 (Quelle der Zahlen: Statistisches Bundesamt 2026), abgerufen am
  7. Google Übersetzer-Hilfe: Bilder übersetzen lassen, abgerufen am
Mutlu Mazici

Über den Autor

Mutlu Mazici · Gründer von hallocard

Ich bin Mutlu Mazici, Gründer von hallocard. Beim Kennenlernen sprichst du direkt mit mir.

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