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Speisekarte und Getränkekarte

Speisekarte erstellen: Aufbau, Texte und Gestaltung in 7 Schritten

Du willst eine Speisekarte erstellen und weißt nicht, womit du anfangen sollst? Fang beim Inhalt an, nicht beim Design. In sieben Schritten kommst du zur fertigen Karte: Angebot festlegen, Aufbau planen, Texte schreiben, Preise und Pflichtangaben ergänzen, gestalten, prüfen lassen, drucken oder online stellen. Für die Gestaltung reichen Word oder Canva.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erst der Inhalt, dann das Design. Leg Gerichte, Beschreibungen, Preise und Allergene zuerst in einer Tabelle an.
  • Die Karte folgt dem Ablauf des Essens: Vorspeisen, Hauptgerichte, Beilagen, Desserts. Getränke bekommen einen eigenen Teil.
  • Ein guter Gerichtname sagt, was auf den Teller kommt: Hauptzutat, Zubereitung, zwei oder drei Beilagen.
  • Pflicht sind Endpreise mit Umsatzsteuer und Bedienungsgeld, ein Preisverzeichnis neben dem Eingang (§ 13 PAngV) und die 14 Allergene.
  • Papier und QR-Code schließen sich nicht aus. Eine gedruckte Karte brauchst du für Gäste ohne Handy ohnehin.

Wie kann ich selbst eine Speisekarte erstellen?

In sieben Schritten. Der erste hat mit Gestaltung nichts zu tun. Unsere Empfehlung: Leg deine Karte zuerst als Tabelle an, mit Gericht, Beschreibung, Preis und Allergenen. Aus dieser Tabelle entstehen später die gedruckte Karte, der Aushang am Eingang und eine Karte fürs Handy.

  1. Angebot festlegen: Streich, was selten bestellt wird. Deine Kasse zeigt dir, welche Gerichte laufen. Was bleibt, muss deine Küche auch am vollsten Abend gleich gut schaffen.
  2. Aufbau planen: Leg die Kategorien und ihre Reihenfolge fest, von der Vorspeise bis zum Dessert.
  3. Texte schreiben: Jedes Gericht bekommt einen klaren Namen und eine Zeile Beschreibung.
  4. Preise und Pflichtangaben ergänzen: Endpreise, Allergene, Zusatzstoffe und bei Getränken die Menge.
  5. Gestalten: Schrift, Farben, Format und Platz für Logo und Legende festlegen.
  6. Prüfen lassen: Gib die Karte jemandem, der sie nicht kennt. Er liest sie wie ein Gast und findet Tippfehler, falsche Preise und fehlende Allergene.
  7. Drucken oder online stellen: als Karte am Tisch, als Aushang am Eingang und per QR-Code aufs Handy.

Die Tabelle legst du in Excel, in Word oder auf Papier an. Sie spart dir später Arbeit: Bei einer Preiserhöhung änderst du eine Zahl an einer Stelle und nicht in drei Dateien.

Wie ist der typische Aufbau einer Speisekarte?

Die Karte folgt dem Ablauf des Essens: Vorspeisen und Suppen, Salate, Hauptgerichte, Beilagen, Desserts. Dein Gast sucht in der Reihenfolge, in der er bestellt. Steht das Dessert zwischen den Hauptgerichten, sucht er es dort nicht.

Aufbau je nach Betrieb
BetriebReihenfolgeTipp
RestaurantVorspeisen, Suppen, Salate, Hauptgerichte, Beilagen, DessertsHauptgerichte nach Fleisch, Fisch und vegetarisch gruppieren
CaféFrühstück, kleine Gerichte, Kuchen und Torten, EisKuchen des Tages auf eine Tafel statt in die Karte
ImbissHauptprodukte wie Burger, Döner oder Pizza, dann Beilagen und SoßenMenüs mit Getränk als eigene Zeile mit eigenem Preis
Bäckerei mit CaféFrühstück, belegte Brötchen, Snacks, KuchenUhrzeiten dazuschreiben, etwa „Frühstück bis 11 Uhr“

Oben stehen Name und Logo, bei Platz auch Öffnungszeiten oder Telefonnummer. Unten steht die Legende für Allergene und Zusatzstoffe. Getränke bekommen eine eigene Karte oder einen klar getrennten Teil. Wie der aussieht, zeigt der Ratgeber Getränkekarte erstellen.

Wechselt dein Mittagstisch jede Woche, trenn ihn von der festen Karte. Eine Tafel oder ein Einleger reicht. So musst du die Hauptkarte nicht jede Woche neu drucken.

Wie schreibe ich eine Speisekarte richtig?

Kurz und konkret. Ein guter Gerichtname sagt, was auf den Teller kommt: Hauptzutat, Zubereitung, zwei oder drei Beilagen. Mehr als eine Zeile Beschreibung überfliegt der Gast am Tisch.

Gerichte beschreiben: vorher und nachher
VorherNachher
Schnitzel mit BeilageSchweineschnitzel, paniert, mit Bratkartoffeln und Gurkensalat
Salat SpezialBunter Salat mit Ziegenkäse, Walnüssen und Honig-Senf-Dressing
Pasta del ChefTagliatelle mit Lachs, Blattspinat und Sahnesoße
Burger DeluxeRindfleisch-Burger mit Cheddar, Bacon und Röstzwiebeln
KuchenApfelkuchen mit Zimtstreuseln

Dazu ein paar Regeln, die jede Karte besser machen:

  • Jede Zeile in derselben Reihenfolge: Name, Beschreibung, Preis.
  • Eine Schreibweise für alles: entweder „Soße“ oder „Sauce“, nicht mal so und mal so.
  • Fantasienamen und Fremdwörter kurz erklären: „Shakshuka, Eier in würziger Tomaten-Paprika-Soße“.
  • Nur schreiben, was stimmt. Steht „hausgemacht“ oder „aus der Region“ auf der Karte, erwartet der Gast das auch.

Hast du viele Gäste aus dem Ausland, kommt eine zweite Sprache dazu. Wie das gut klappt, steht im Ratgeber Speisekarte übersetzen.

Was muss auf einer Speisekarte stehen?

Vor allem Preise und Allergene. Die Preise regelt die Preisangabenverordnung (PAngV) in § 13 für Gaststätten. Jeder Preis auf der Karte ist ein Endpreis mit Umsatzsteuer, Bedienungsgeld und allen Zuschlägen.

Pflichtangaben auf der Speisekarte
WasWas genau giltGrundlage
PreiseFür jede Speise und jedes Getränk, als Gesamtpreis mit Umsatzsteuer§ 2, § 3 und § 13 Abs. 1 PAngV
Bedienung und ZuschlägeStecken schon im Preis auf der Karte, nicht erst auf der Rechnung§ 13 Abs. 5 PAngV
Karte für den GastLiegt auf dem Tisch, hängt gut lesbar aus oder wird vor der Bestellung vorgelegt§ 13 Abs. 2 PAngV
Aushang am EingangPreise der wesentlichen Speisen und Getränke§ 13 Abs. 2 PAngV
AllergeneDie 14 Allergene aus Anhang II, auf der Karte oder auf einem anderen erlaubten WegArt. 44 LMIV, § 4 LMIDV
ZusatzstoffeAngaben wie „mit Farbstoff“, auf demselben Weg wie die Allergene§ 5 LMZDV
Menge bei GetränkenDie Einheit, auf die sich der Preis bezieht, etwa 0,3 l§ 3 Abs. 2 PAngV

Alle 14 Allergene, die Regeln für Buchstaben und Fußnoten und die Liste der Zusatzstoffe findest du im Ratgeber Allergene auf der Speisekarte.

Nicht vorgeschrieben sind Nährwerte oder Kalorien bei Gerichten ohne Verpackung (Art. 44 LMIV). Auch den Satz „Alle Preise inklusive Mehrwertsteuer“ verlangt § 13 PAngV nicht. Er schadet aber nicht.

Wie gestalte ich eine Speisekarte, die man gut lesen kann?

Mit großer Schrift, starkem Kontrast und viel Platz. Gut lesbar schlägt schön, denn abends ist das Licht im Lokal oft gedämpft. Darauf achtest du:

  • Schrift: höchstens zwei Schriftarten, eine für Überschriften, eine für den Text. Unsere Faustregel für den Druck: nicht kleiner als 11 Punkt.
  • Kontrast: dunkle Schrift auf hellem Grund. Weiße Schrift auf einem Foto ist schwer zu lesen.
  • Preise: immer an derselben Stelle und im selben Format, also überall „12,50 €“ oder überall „12,50“.
  • Format: A4 für eine große Karte, A5 für eine kleine. Mehr als eine Doppelseite wird schnell unübersichtlich.
  • Fotos: nur echte Fotos deiner Gerichte, keine Bilder aus dem Internet. Der Gast erwartet, was er sieht.
Herzhafte Waffel mit Avocado, Rucola und Tomaten auf einem Teller bei Picknick Waffles and More
Ein echtes Foto zeigt, was auf den Teller kommt: herzhafte Waffel mit Avocado bei Picknick Waffles and More.

Für die Gestaltung reichen Word oder Canva, beide haben Vorlagen für Speisekarten. Nimm eine schlichte Vorlage und füll sie mit deiner Tabelle. Willst du es aufwendiger, gestaltet eine Druckerei oder ein Grafiker die Karte nach deiner Tabelle.

Papier oder QR-Code: Welche Speisekarte ist besser?

Für die meisten Betriebe ist beides zusammen am besten. Papier liest jeder, eine Karte fürs Handy ist immer aktuell. Der Vergleich:

Papierkarte, PDF und Karte fürs Handy im Vergleich
PapierkartePDF hinter QR-CodeKarte fürs Handy
Neuer Preisneu druckenDatei ändern und neu hochladendirekt ändern, sofort sichtbar
Am Handy lesennicht nötigkleine Schrift, viel Zoomenpasst sich dem Bildschirm an
Gäste ohne Handylesen siebrauchen eine Papierkartebrauchen eine Papierkarte
Andere Sprachenje Sprache eine eigene Karteje Sprache eine eigene Dateije nach Anbieter umschaltbar

Die PAngV erwähnt QR-Codes nicht. Sie verlangt, dass die Preise vor der Bestellung ausliegen, aushängen oder vorgelegt werden (§ 13 Abs. 2). Halte deshalb immer eine gedruckte Karte bereit und häng das Preisverzeichnis neben den Eingang.

Eine PDF hinter dem QR-Code ist der schnelle Einstieg. Am Handy ist die Schrift aber klein und jeder neue Preis heißt: Datei ändern, neu hochladen. Was eine Karte fürs Handy anders macht, steht auf der Seite digitale Speisekarte.

Häufige Fragen

Mit welchem Programm kann ich eine Speisekarte erstellen?

Word und Canva reichen für die meisten Karten, beide haben Vorlagen. Wichtiger als das Programm ist die Vorarbeit: Leg Gerichte, Beschreibungen, Preise und Allergene zuerst in einer Tabelle an. Dann ist die Gestaltung schnell gemacht.

Muss „inklusive Mehrwertsteuer“ auf der Speisekarte stehen?

Der Satz selbst ist nicht vorgeschrieben. Pflicht ist, dass jeder Preis die Umsatzsteuer, das Bedienungsgeld und alle Zuschläge schon enthält (§ 3 und § 13 Abs. 5 PAngV). Ein Hinweis auf der Karte schadet aber nicht.

Brauche ich am Eingang eine Speisekarte?

Du brauchst ein Preisverzeichnis. Nach § 13 Abs. 2 PAngV hängt neben dem Eingang eine Liste mit den Preisen der wesentlichen Speisen und Getränke. Die ganze Karte muss es nicht sein. Ist dein Lokal Teil eines anderen Betriebs, reicht der Eingang zum Gastro-Bereich.

Darf ich die Speisekarte nur per QR-Code anbieten?

Die PAngV erwähnt QR-Codes nicht. Sie verlangt, dass die Preise vor der Bestellung ausliegen, aushängen oder vorgelegt werden. Halte deshalb eine gedruckte Karte für Gäste ohne Handy bereit und häng das Preisverzeichnis neben den Eingang.

Wie viele Gerichte gehören auf eine Speisekarte?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Nimm so viele, wie deine Küche zu jeder Zeit gleich gut schafft. Streich Gerichte, die selten bestellt werden: Deine Kasse zeigt dir, welche das sind. Saisongerichte passen auf einen Einleger.

Muss ich Kalorien auf die Speisekarte schreiben?

Nein, nicht bei Gerichten ohne Verpackung. Für sie macht die LMIV nur die Allergene zur Pflicht (Art. 44). Nährwerte darfst du freiwillig angeben, wenn sie stimmen.

Quellen

  1. Gesetze im Internet: Preisangabenverordnung (PAngV), § 2, § 3 und § 13, abgerufen am
  2. EUR-Lex: Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (LMIV), konsolidierte Fassung vom 1. Januar 2018, abgerufen am
  3. Gesetze im Internet: Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung (LMIDV), § 4, abgerufen am
  4. Gesetze im Internet: Lebensmittelzusatzstoff-Durchführungsverordnung (LMZDV), § 5, abgerufen am
Mutlu Mazici

Über den Autor

Mutlu Mazici · Gründer von hallocard

Ich bin Mutlu Mazici, Gründer von hallocard. Beim Kennenlernen sprichst du direkt mit mir.

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